Zielorientiert, fokussiert und diszipliniert: Wer Profiboxer werden will, muss diese und noch viele weitere Charaktereigenschaften mit sich bringen. Vahram Khudeda’s Traum war es, sein Hobby zum Beruf zu machen. Von Rocky- und Van Damme-Filmen inspiriert und seinem Bruder motiviert ging er als Kind heimlich zum Boxtraining, im Wissen, dass seine Mutter ihm dieses Hobby mit Sicherheit verbieten würde. Es ging nicht lange und sie fand es raus – musste es jedoch akzeptieren. Die Faszination zum Boxsport war jedoch schon damals zu gross, um den heute 29-jährigen von seiner Lieblingsbeschäftigung fernzuhalten.

 

Wie sieht dein Alltag aus?

 

Vahram: Morgens plane ich nach dem Aufstehen als erstes meinen Tag durch. Training steht immer auf dem Programm, egal ob Lauftraining, Boxtraining oder Regenerationstraining. Danach geht es ab zum Sport. Sport ist bei mir immer im Vordergrund. Ich bin in erster Linie ja eigentlich Profiboxer. Neben meinem Training gebe ich dann über den Tag verteilt mehrere Personal- und Gruppentrainings. Normalerweise kommen monatlich 25-30 Personal-Trainings und 30-40 Gruppenstunden zu Stande. Mein Ziel ist es, jeden Tag besser zu werden. Daran arbeite ich sehr hart.

 

Welche Herausforderungen bringt ein Leben als Profiboxer mit sich?

 

Vahram: Boxen ist in der Schweiz eigentlich eine Randsportart. Sportarten, die bekannter sind, bringen direkt Strukturen mit sich: Manager, Sponsoren oder einen Trainer. Ich musste mir diese Strukturen praktisch alle selber schaffen und vieles alleine in die Wege leiten. Ich muss beispielsweise meine Kämpfe selber zahlen, die Anreise buchen oder für meine Verpflegung sorgen, um nur einige Punkte zu nennen. Diese ganze Last liegt auf meinen Schultern, obwohl ich ja eigentlich der bin, der am Schluss in den Ring steigt und kämpft. Ausserdem wurden durch die Corona-Pandemie die ganzen Wettkämpfe auf Eis gelegt, was mich natürlich sehr nervt. Bis anhin habe ich sieben Profikämpfe bestritten, ohne Pandemie wären es sicherlich schon mehr. Ich will jetzt endlich loslegen und richtig Gas geben.

 

Wie bist du zum Boxen gekommen?

 

Vahram: Ich war ein sehr aktives Kind. Schon immer habe ich mich in verschiedensten Bereichen mit Mitschülern und Freunden gemessen. Teamsport war nie mein Ding, ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Fussball oder Basketball interessierte mich nie wirklich. Als mich mein Bruder jedoch einmal zum Boxtraining mitgenommen hat, wusste ich vom ersten Moment an, dass das die Sportart ist, die ich ausüben will. Als Einzelsportler ist man alleine dafür verantwortlich, ob man gewinnt oder nicht. Man kann die Schuld niemandem zuschieben. Man kann sich jedoch auch die Erfolge selber zuschreiben.

 

Wie kam es dazu, dass du plötzlich vollberuflich Trainings angeboten hast?

 

Vahram: Die Leidenschaft als Trainer habe ich entdeckt, als ich meinen Beruf als Polybauer gekündigt habe und nebenbei anderen Leuten im Boxen immer Tipps gegeben habe. Aus dem nichts habe ich dann begonnen, Trainings zu geben, nachdem ich mit Unik Kontakt aufgenommen habe. Das Team von Unik wurde dann immer grösser und grösser, die angebotenen Stunden waren auf einmal ausgebucht und so habe ich langsam gemerkt, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen kann. Somit bin ich nicht nur mehr Sportler, ich kann meine Erfahrungen auch weitergeben und anderen Leuten helfen, stetig besser zu werden. Ich war aber ehrlich gesagt schon überrascht, dass die Nachfrage nach meinen Trainings in so kurzer seit sehr gross geworden ist.

 

Wann kam der Moment, an dem du dich entschieden hast, alles auf das Boxen zu setzen?

 

Vahram: Ich bekam die seltene Chance, mich an der Olympia-Qualifikation beweisen zu können und mich so bestenfalls für die Olympiade zu qualifizieren. Ich war 25 Jahre alt und wusste: Wenn ich es jetzt nicht mache, werde ich es später bereuen. Ich habe meinen Job als Polybauer geliebt und war ausserdem Lehrlingsbetreuer. Ich ging jeden Tag gerne zur Arbeit. Seit über 40 Jahren war jedoch kein Schweizer Boxer an einer Olympiade mit von der Partie. Das war ein grosser Ansporn für mich, alles auf eine Karte zu setzen. Die Qualifikation habe ich leider dann nicht geschafft, da ich aus politischen Gründen nicht in den Austragungsort des letzten und entscheidenden Turniers einreisen konnte. Das war sehr schade. Es steht also in den Sternen, ob ich es geschafft hätte oder nicht.

 

Was ist das härteste bei der Vorbereitung auf einen Boxkampf?

 

Vahram: Das herausforderndste sind die harten Trainingswochen, während denen du ausserdem noch Gewicht abbauen musst. Man muss physisch und psychisch immer zu 100 Prozent dabei sein, man darf nie den Fokus verlieren. In einer Vorbereitung auf einen Kampf muss man viele Hürden überwinden, die einen auch manchmal nachts nicht schlafen lassen, was wiederum Auswirkungen auf den nächsten Trainingstag hat. Aus zwischenzeitlichen Downs musst du dich jedoch herauskämpfen, wenn du wieder auf die richtige Spur gelangen willst.

 

Wie gehst du mit Vorurteilen gegenüber Boxern um?

 

Vahram: Früher habe ich mit oft gewehrt, als ich wegen meinem Hobby als Schläger oder Ähnliches bezeichnet wurde. Ich musste immer erklären, dass Boxen viel tiefgründiger ist, als dass sich zwei Typen in einem Ring verprügeln. Beim Boxen stehen sich zwei Männer mit viel Respekt gegenüber und kämpfen. Das ist viel mehr als irgendeine Prügelei. Solche Vorurteile nehme ich heute aber mit Humor und lasse mich weniger auf solche Diskussionen ein.

 

Wie hat damals dein Umfeld reagiert?

 

Vahram: Die meisten waren ehrlich gesagt besorgt. Viele wissen heute noch nicht, was ich eigentlich den ganzen Tag mache. Es gibt immer noch Leute, die mich fragen, ob ich auch einer „normalen Arbeit“ nachgehe, wenn ich mich abends nach zehn Stunden persönlichem Training für mich sowie Personal- und Gruppentrainings im Unik-Gym auf den Heimweg mache. Viele denken, dass das keine richtige Arbeit ist. Diese Leute können sich auch nicht vorstellen, wie hart ich wirklich jeden Tag arbeite. Zum Boxtraining gehören ausserdem viele andere Sachen dazu: Ich kümmere mich beispielsweise auch um den Trainings- sowie den Ernährungsplan meiner Athleten.
Mein Umfeld hatte ein wenig die Angst, dass ich meinen Job kündige und dann einfach nichts mache. Ich bin aber sehr risikofreudig und wollte diesen Weg einschlagen, und es hat sich gelohnt.

Ich hatte gute Freunde, die mir bei der Suche von Sponsoren behilflich haben. Ohne Sponsoren hast du keine Chance, finanziell zu bestehen. Ich bin allen meinen Sponsoren dankbar, dass sie mich bis heute unterstützen. Zu Beginn einer Karriere hat man praktisch keine Gagen, Auslagen aber schon: Trainingslager, Arbeitsausfälle oder Arztkosten sind nur einige Beispiele für Auslagen, die ein Boxer selber tragen muss. Deshalb bin ich froh, dass es Leute gibt, die mich unterstützen.

 

Hast du dich schon mit CBD auseinandergesetzt?

 

Vahram: Ich habe schon mehrere CBD Produkte ausprobiert und muss sagen, dass es mit der richtigen Dosierung sehr beruhigend auf mich gewirkt hat. Bei ZUYA ZERO wären es für mich 3-5 Tropfen pro Tag. Es hat mich klarer im Kopf gemacht und ausserdem meinen Schlaf positiv beeinflusst. Wenn man besser schlafen kann, kann der Körper sich automatisch auch besser regenerieren. Regeneration ist ein sehr wichtiger Faktor im Leben eines Profiathleten. Wenn du nicht erholt bist, kannst du auch nicht deine volle Leistung bringen. CBD hat mich bei der Regeneration unterstützt. Ich finde also, dass CBD eine gute Sache ist.